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Nazis und Karneval in Aachen: Ordensbruder Hoolijens

Ein Aachener Karnevalsverein wollte mit einem »Schwarzen Prinzen« ein Zeichen für Toleranz setzen. Den Karnevalsorden erhielt aber ein rechtsextremer Hooligan, weil er dafür gesorgt habe, dass es keine Randale gab.

Von Michael Klarmann

Es ist Karnevalssamstag. Im Rheinland tobt seit Tagen der Straßen- und Sitzungskarneval. Im Aachener Außenbezirk Richterich findet eine Feier der »Koe Jonge« (Böse Jungen) statt. Prinz Balam, ein in Uganda geborener Mann mit dunkler Hautfarbe, steht mit seinem Hofstaat auf der Bühne. Nazis haben wegen der Kür Balams zum Prinzen Störungen angekündigt. Doch alles bleibt friedlich. Deshalb fasst Präsident Thomas Neunfinger einen Entschluss. Jens B., ein rechtsextremer Hooligan, wird von ihm auf die Bühne gerufen. Weiterlesen in der Online-Ausgabe der Wochenzeitung "Jungle World".

Bewaffnete Neonazis bedrohen Jugendliche

Aachen. In der Nacht zum vergangenen Samstag haben drei 21 bis 30 Jahre alte Männer „drei Heranwachsende mit Migrationshintergrund“ bedroht und beleidigt. Dies teilte die Polizei Aachen gestern via Pressemitteilung mit. Die Tat ereignete sich demnach auf der Trierer Straße. Die mit Schlagstöcken bewaffneten Täter seien dem „rechten Spektrum“ zuzuordnen und wurden vorläufig festgenommen. Die kürzlich neu eingerichtete Ermittlungsgruppe „REMOK“ (Rechts Motivierte Kriminalität) habe die Ermittlungen übernommen. (dc)

Polizei fasst braune Graffiti-Sprüher

Aachen/Stolberg. Nach umfangreichen Lackanalysen ist es der Polizei gelungen, drei Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) wegen illegaler Sprühaktionen zu ermitteln. Neben den strafrechtlichen Konsequenzen kommen auf das Trio laut Polizeisprecher Paul Kemen auch „hohe Schadenersatzforderungen im Zuge eines zivilrechtlichen Verfahrens zu.“ Kemen sprach im Zuge der insgesamt drei großen Sprühaktionen, die man den mutmaßlichen Tätern vorwirft, von einem „großen Sachschaden“.

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Neuerscheinung: „Mythos Stolberg“

Pünktlich vor den nächsten angekündigten Aufmärschen von Neonazis in Eschweiler (31. März) und Stolberg (4. / 7. April) ist das Buch „Mythos Stolberg – Zur Instrumentalisierung einer Gewalttat durch Neonazis“ erschienen. Acht Autoren schreiben über und zu den braunen Demonstrationen, die seit 2008 alljährlich im April in Stolberg stattfinden.

Dominik Clemens (Hg.): Mythos Stolberg - Zur Instrumentalisierung einer Gewalttat durch Neonazis, Norderstedt 2012

Paperback, 124 Seiten, 15 Abbildungen, 11,90 €, ISBN: 978-3-848-200-825

Aus dem Klappentext: Stolberg (Städteregion Aachen) im April 2008: Bei einer tragischen Auseinandersetzung wird ein 19jähriger Berufsschüler erstochen. Nur wenige Stunden später marschieren in der »Kupferstadt« Anhänger von NPD und »Freien Kameradschaften« auf. Sie verklären den Totschlag propagandistisch zu einem Mord aus »Deutschenfeindlichkeit« und nutzen die Migrationsbiographie des Täters, um aggressiv Hass gegen Migrantinnen und Migranten zu schüren. Bis zu 800 Neonazis zieht es seither zu diesem braunen Spektakel alljährlich im April nach Stolberg. Längst haben die rassistischen Aufmärsche für die Neonaziszene eine Bedeutung weit über die Region Aachen hinaus erlangt.

Flyer zum Buch (PDF, ca. 100 kB) / "Mythos Stolberg" auf Facebook