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Konzert von "Kategorie C" verboten

Die Geburtstagsfeier eines Mitarbeiters der rechtsextremen Hooligan-Band „Kategorie C“ (KC) in Hückelhoven-Baal musste am vergangenen Samstag ohne ein Konzert der Band stattfinden. Die Musiker waren offenbar auf der Durchreise zu einem Konzert in Italien und dennoch vor Ort. Die Polizei kontrollierte am Nachmittag und Abend zahlreiche anreisende Besucher der Feier.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatte die Band die Ortschaft für das zuvor nur vage für den Kreis Heinsberg beworbene Konzert veröffentlicht. Nachdem also konkret bekannt war, dass es in der Hückelhovener Ortschaft  Baal stattfinden sollte, und die Rocker des „Outlaws MC Heinsberg“ zudem bei den Behörden eine Feier in ihrem dortigen Clubhaus angemeldet hatten, waren Polizei und Verwaltung alarmiert.

Die Stadt Hückelhoven erließ eine Verbotsverfügung gegen das Konzert, nicht aber gegen die Feier selbst. Das Verbot wurde laut einer Sprecherin der Stadt nach einer Klage eines für das Haus der Rocker zuständigen Mannes vor dem Verwaltungsgericht Aachen auch bestätigt. Begründet worden war es mit einer befürchteten Gefahr für die Sicherheit und Ordnung. Die Geburtstagsfeier des Mitarbeiters der Band, der zugleich auch Mitorganisator von rechten Aufmärschen in seinem Wohnort Linnich sowie Erkelenz war, konnte daher nur ohne Livemusik stattfinden.

Die Polizei kontrollierte am Nachmittag und Abend an allen Zugangsstraßen Fahrzeuge mit mutmaßlichen Besuchern der Feier, die aus der Region und verschiedenen Teilen Deutschlands anreisten. Auch der Tross um die Musiker von KC geriet in die Kontrollen. Später feierten sie zwar mit Rockern, Glatzköpfen in T-Shirts der Band, Hooligans und Rechtsextremisten gemeinsam „Keule’s Ehrentag“, doch KC-Songs sollten allenfalls von Tonträgern abgespielt werden.

„Kategorie C“ präsentierten sich über Jahre als unpolitische Band die „nur“ über Fußball, Gewalt und das Leben als Hooligan singen wollte. Nicht jeder Fan der Band ist ein Rechtsextremist. Im Verfassungsschutzbericht des Bundeslandes Bremen für das Jahr 2015 heißt es jedoch, die „bundesweit bekannte rechtsextremistische Hooligan-Band“ sei Teil der „rechtsextremistischen Musik-Szene Bremens“. Bands wie KC würden „bei rechtsextremistischen Konzerten in Deutschland und im europäischen Ausland“ auftreten.

Die Musikgruppe, heißt es in dem Verfassungsschutzbericht weiter, sei „Bindeglied der Hooligan- und der rechtsextremistischen Szene, weil sie in beiden Szenen vor allem wegen ihrer gewaltverherrlichenden Lieder sehr beliebt ist“ und sie „mit ihren Konzerten zum Zusammenhalt und zur Mobilisierung beiträgt.“ Die Band hat etwa die Hymne der fremdenfeindlichen Bewegung „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) geschrieben. Musiker von „Kategorie C“ waren 2016 schon bei den „Outlaws“ in Baal und in einem Partyraum in Heinsberg aufgetreten. Im Raum Heinsberg fanden seit 2015 schon Konzerte mit Neonazi-Bands statt.

Ihre akribischen Kontrollen an den Zufahrten nach Baal begründete die Polizei am Sonntagmorgen mit „strafrechtlich relevanten Ereignissen“ aus der Vergangenheit im Umfeld verfeindeter Rockerbanden, auch in Baal. Ziel des Einsatzes in Kooperation mit anderen Behörden und der Kommune sei es gewesen, „die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten und Straftaten zu verhindern.“ Auch wenn die Polizei daher vorrangig wegen der so genannten Rocker-Problematik vor Ort war, kontrolliert wurden auch zahlreiche Fahrzeuge mit Hooligans oder Rechtsextremen.

Letztgenannte teilten zuweilen sogar ihre Gesinnung gut sichtbar auf den Kennzeichen ihrer Autos mit. Etwa, weil die Ziffer auf dem Nummernschild die 88 enthielt, was auf die Doppelung des achten Buchstaben im Alphabet anspielt und ein Szenecode für „Heil Hitler“ ist. Könnte die Ziffer indes noch ein Zufall sein, fiel in der Buchstabenkombination zugleich ein WP auf, in der rechtsextremen Szene die Abkürzung für „White Power“ (Weiße Macht), eine rassistische Kampflosung. Eines der kontrollierten Autos trug auch den Zifferncode „1488“ auf dem Nummernschild – auch das eine szenentypische Zahlenkombination: sie spielt auch auf die „14 Words“ an, eine aus den USA stammende Losung von militanten Rassisten. (mik)